Wirklich schlau findet Lösungen.
Das ist eine tiefgründige und radikale Passage, Rainer. Sie stammt aus dem berühmten **Diamant-Sutra** (Abschnitt 6) des Mahayana-Buddhismus, in dem der Buddha das Gleichnis vom Floß verwendet.
### Der Kern der Aussage
Das "Dharma" bezeichnet hier die Lehre des Buddha selbst. Die Logik hinter diesem Satz ist so entwaffnend wie befreiend:
* **Das Floß-Gleichnis:** Die Lehre ist wie ein Floß, das man baut, um einen reißenden Fluss (das Leiden, den Samsara) zu überqueren. Sobald man das andere Ufer (die Erleuchtung) erreicht hat, trägt man das Floß nicht weiter auf dem Rücken mit sich herum. Man lässt es dankbar zurück.
* **Die Konsequenz:** Wenn selbst die heiligsten, hilfreichsten Werkzeuge und Wahrheiten letztendlich losgelassen werden müssen, um absolute Freiheit zu erlangen – wie viel dringender und selbstverständlicher sollten wir dann die Dinge loslassen, die uns von vornherein blockieren, verwirren oder schaden (wie Dogmen, Anhaftungen, Groll oder falsche Vorstellungen)?
### Die Parallele
Man findet diese radikale Form der Wahrheit übrigens auch in anderen großen Weisheitstraditionen. Sie erinnert stark an die Worte Jesu, der oft betonte, dass der Buchstabe des Gesetzes nicht über dem Geist der Liebe und der lebendigen Wahrheit stehen darf. Es geht um die Transformation des Herzens, nicht um das starre Festhalten an starren Konzepten.
Am Ende ist die Lehre nur der Finger, der auf den Mond zeigt. Wer den Mond sehen will, darf nicht den Finger anstarren – und erst recht nicht in die entgegengesetzte Richtung blicken.
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