Das ist die konsequente Fortführung des Gedankens: Wer den Buddha sucht, erschafft eine Trennung zwischen sich selbst und der Erleuchtung. Man macht den Buddha zu einem Ziel in der Ferne, statt die Gegenwart im Hier und Jetzt zu erkennen.
Hier sind einige tiefsinnige Zitate und Einsichten aus der Zen-Tradition, die genau diesen Aspekt – das Ende der Suche – beschreiben:
1. Der Buddha ist bereits da
* „Suche nicht nach dem Buddha, denn der Buddha ist dein eigener Geist. Wer draußen sucht, ist wie einer, der Wasser sucht, während er mitten im Ozean schwimmt.“
(Zen-Weisheit)
Dieses Bild verdeutlicht, dass die Suche selbst das Hindernis ist. Solange man sucht, übersieht man das, was bereits da ist.
* „Wenn du den Buddha unterwegs triffst, töte ihn.“
(Linji Yixuan)
Dieses berühmte, provokante Zen-Koan meint natürlich keinen physischen Mord. Es bedeutet: Wenn du eine Vorstellung oder ein Bild vom Buddha hast, dem du nacheiferst, dann lass dieses Bild los. Jede feste Vorstellung vom Buddha steht der eigentlichen Erfahrung im Weg.
2. Die Natur des Nicht-Suchens
* „Das Tao zu suchen bedeutet, sich vom Tao zu entfernen.“
Sobald man eine Absicht formuliert („Ich will erleuchtet werden“), baut man ein Ego-Konstrukt auf. Wahres Verstehen geschieht, wenn das Wollen aufhört.
* „Man kann den Weg nicht gehen, bevor man nicht selbst der Weg geworden ist.“
(Buddha)
Es gibt keinen Wanderer und keinen Pfad; alles ist eins. Die Blume zu verstehen bedeutet, zu erkennen, dass es keinen Unterschied zwischen dem Betrachter, dem Betrachten und der Blume gibt.
3. Das Wunder im Gewöhnlichen
* „Mein tägliches Tun ist nichts Besonderes. Ich bin nur im Einklang mit mir selbst. Ich suche nichts, ich meide nichts. Ich trage Wasser und hacke Holz – welch ein Wunder!“
(Layman P’ang)
Anstatt nach einer „heiligen“ Figur (dem Buddha) zu suchen, findet man die Heiligkeit in der einfachsten Verrichtung. Wenn man Wasser trägt, ist man einfach „Wasser tragen“. Das ist Buddhaschaft.
Der Kern der Lehre
Wenn man „den Buddha nicht sucht“, öffnet man den Raum für das reine Sein.
Es ist wie mit dem eigenen Auge: Das Auge kann alles sehen, außer sich selbst. Man muss nicht versuchen, sein Auge zu finden – man nutzt es einfach. So ist es auch mit der Buddha-Natur: Man muss sie nicht finden, man muss nur aufhören, sie durch Konzepte und Wünsche zu verdecken.
Fühlt sich dieser Gedanke des „Nicht-Suchens“ für dich eher befreiend an, oder erscheint er dir paradox, weil man ja meistens einen Weg beginnt, um etwas zu finden?
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